Mittwoch, 27. Juli 2011

Wormser Dom




Der Dom St. Peter in Worms ist der kleinste der drei rheinischen Kaiserdome. Der Wormser Dom ist steiler und schlanker konzipiert als die Dome in Speyer und Mainz. Er wurde im Wesentlichen von 1130 bis 1181 erbaut.

Der Wormser Dom, auf dem höchsten Punkt der Wormser Innenstadt gelegen, ist das bedeutendste Bauwerk der Wormser Romanik und eng mit dem Namen Bischof Burchards und der Blütezeit der Wormser Stadtgeschichte während des 12. und 13. Jahrhunderts verbunden.


Grundriss

Große Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Dom standen, waren unter Anderem die Papstwahl (Leo IX.) im Jahr 1048, das Wormser Konkordat im Jahr 1122, mit dem der Investiturstreit beendet wurde; der Reichstag zu Worms (1521), während dessen sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste, was den Bruch in der abendländischen Kirche zur Folge hatte.

Hochaltar von Johann Balthasar Neumann

Heute ist der Dom eine katholische Pfarrkirche, die 1925 durch den Papst zur „Basilica minor“ erhoben wurde. Dieser päpstliche Ehrentitel soll die Bedeutung einer Kirche für das Umland hervorheben.

Der Dom wurde 1130 bis 1181 erbaut, wobei parallel zum Neubau der Abriss einer frühromanischen Basilika aus dem ersten Viertel des 11. Jahrhunderts erfolgte. Nach neusten Forschungen begann der Bau u. U. "schon 1105 mit Sanktuarium und Querschiff".

Der Wormser Dom ist eine doppelchörige Pfeilerbasilika im gebundenen System mit einem Querschiff. Ein Zentralturm befindet sich auf der Vierung, ein weiterer auf dem westlichen Chor. Beide Choranlagen sind flankiert mit je zwei runden Treppentürmen. Das Langhaus ist verschieden eingewölbt. Im Hauptschiff befindet sich ein Kreuzrippengewölbe, in den Seitenschiffen ein Kreuzgratgewölbe. Die Apsis am westlichen Chor hat die Form eines Achtecks und ist mit verschiedenen Rosettenfenstern versehen.

Der Dom als Grablege

Vier Saliergräber waren bereits im Altarraum des fränkischen Domes vorhanden und wurden überbaut; fünf weitere folgten bis zum Jahre 1046. Es handelt sich um Vorfahren und Angehörige von Kaiser Konrad II.:

  •     Konrad der Rote, Herzog von Lothringen (Urgroßvater) † 955,
  •     Judith, Herzogin von Kärnten (Großmutter) † 991,
  •     Heinrich, Graf im Speyergau (Vater) † 990/991,
  •     Judith (Schwester) † 998,
  •     Konrad I., Herzog von Kärnten (Onkel) † 1011
  •     dessen Gemahlin Mathilde † 1031/32,
  •     Mathilde (Tochter) † 1034 (1046 nach Worms überführt),
  •     Konrad II., Herzog von Kärnten (Cousin, Sohn von Konrad I.) † 1039,
  •     Bischof Azecho, Nachfolger Bischof Burchards, † 1044.

Die Sarkophage stehen seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in einer eigens dafür geschaffenen, zugänglichen Gruft.

Weil das Fußbodenniveau des Querhauses und des Ostchores über sechs Meter aus dem Erdreich herausragt, muss man davon ausgehen, dass eine Krypta vorhanden war.

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