Donnerstag, 28. Juli 2011

Stiftskirche Sankt Blasii - Braunschweig





Der Braunschweiger Dom ist die bedeutendste Kirche in Braunschweig. Er wurde 1173 als Kollegiatsstiftskirche von Heinrich dem Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen, gegenüber seiner Burg Dankwarderode „zur Ehre St. Blasius’ und St. Johannis des Täufers“ gestiftet und von ihm zu seiner Grablege und der seiner zweiten Gemahlin Mathilde von England bestimmt.

Aufzeichnungen über den Beginn der Arbeiten an dem romanischen Bauwerk und die beauftragten Baumeister existieren heute nicht mehr. Als Anhaltspunkte können lediglich die Weihen der zahlreichen Altäre des Domes herangezogen werden, über die zum Teil noch Unterlagen existieren.

Ursprünglich als dreischiffige romanische Pfeilerbasilika im gebundenen System, mit Querhaus, drei Apsiden, Krypta, Hochchor und sächsischem Westriegel konzipiert (wie zum Beispiel beim Dom von Königslutter zu finden) und aus Kalkstein (Elmkalkstein aus dem Elm und Braunschweiger Rogenstein aus dem Nußberg) errichtet, wurde der Dom über die Jahrhunderte hinweg mehrfach erweitert und umgebaut. Die besondere architektonische Gestaltung ergibt sich aus den Pfeilern und Wandvorlagen mit Kantensäulen, würfelförmigen Kapitellen, überhöhten Kreuzgratgewölben, im Mittelschiff als Tonnengewölbe ohne Gurtbögen durchlaufend. Diese schlichte Wölbungsform, die auf die Einteilung des Gewölbes in Joche verzichtet, ist für eine spätromanische Kirche erstaunlich.

Mittelschiff (Blickrichtung Osten)

Die Ostseite des Domes wurde über die Jahrhunderte hinweg baulich am wenigsten verändert. Auf der Nordseite, zum Burgplatz hin, befindet sich auch das Hauptportal des Gotteshauses, darüber das Wappen des welfischen Kanzlers und Stiftsherren Ludolf Quirre und die Jahreszahl 1469. Die beiden achteckigen Türme des Domes erhielten um 1300 eine gotische Glockenstube, sind aber bis heute unvollendet geblieben.

Zwischen 1322 und 1346 wurde an der Südseite ein weiteres Seitenschiff angefügt, und nachdem man auf der Nordseite das dort bereits bestehende Seitenschiff abgetragen hatte, wurde an seiner statt eine zweischiffige spätgotische Halle erbaut. Die Weihe fand 1477 statt.

Auffällig ist, dass die nördlichen Seitenschiffe im regional untypischen Perpendicular Style, dem Stil der englischen Spätgotik, ausgeführt sind. Kennzeichnend dafür sind die typischen Fenster mit Tudorbögen sowie die Gestaltung der Gewölbe. Die das Gewölbe tragenden Säulen sind nicht, wie regional typisch, Gewandsäulen, sondern sind in sich gedreht und stellen Meisterwerke der Steinmetzkunst dar.

Größere architektonische Veränderungen fanden unter Herzog Rudolf August um 1687 und seinem Bruder Herzog Anton Ulrich um 1700 statt. Zwischen 1866 und 1910 wurde der Dom unter anderem durch den Kreisbaumeister Wiehe schließlich grundlegend saniert und nach dem damaligen Zeitgeschmack (Historismus) umgestaltet.

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