Dienstag, 26. Juli 2011

Solomon R. Guggenheim Museum - Frank Lloyd Wright




Das Solomon R. Guggenheim Museum ist ein 1939 gegründetes Museum für Moderne Kunst in New York City. Es liegt an der Upper East Side, zwischen dem Central Park und dem East River. Das Museum wird von der Solomon R. Guggenheim Foundation betrieben und ist das älteste und bekannteste der Guggenheim-Museen. Das Museumsgebäude wurde von Frank Lloyd Wright entworfen und 1959 eröffnet. Der Schwerpunkt der gezeigten Sammlung liegt auf der Abstrakten Kunst, sie enthält jedoch auch Werke des Impressionismus, Postimpressionismus, Expressionismus und Surrealismus.

Mit der Planung des Museumsgebäudes, das noch heute genutzt wird, wurde im Juni 1943 der Architekt Frank Lloyd Wright beauftragt. In einem Brief an Wright äußerte Hilla von Rebay, warum sie ihn als Architekt ausgewählt hatte und welche Erwartungen sie in ihn setzte: „I need a fighter, a lover of space, an agitator, a tester and a wise man. . . . I want a temple of spirit, a monument!“ (deutsch: „Ich brauche einen Kämpfer, einen Liebhaber des Raumes, einen Agitator, einen Prüfer und weisen Mann ... Ich möchte einen Tempel des Geistes, ein Monument“). Frank Lloyd Wright begann mit den Planungen für das Gebäude, in deren Verlauf er in Konflikte mit der Stadtverwaltung, seinen Auftraggebern, der Öffentlichkeit und der Kunstwelt, welche alle verschiedene Vorstellungen für das Museum hatten, geriet. Der Baubeginn verzögerte sich unter anderem, weil die Baubehörde New Yorks 32 Punkte am ursprünglichen Plan bemängelte. Auch Rebay nahm Einfluss auf die Planungen. So geht die weiße Farbe des Museums auf sie zurück, wogegen Wright erst mit Rot plante. Daneben war Wright nicht vom Standort New York überzeugt, da er die Stadt für überbevölkert und zugebaut hielt. Wrights Plan sah drei Gebäude vor: eine große Rotunde, eine kleine Rotunde und einen Turm. Ursprünglich wollte er das Museum hauptsächlich aus Glas bauen, im umgesetzten Entwurf nahm dieses Material keine so tragende Rolle mehr ein.

Dachkonstruktion


Frank Lloyd Wrights Gebäude hat die Grundform einer Rotunde. Der Kreis ist dabei das Hauptmotiv des Grundrisses und der terrassenförmigen Etagen. Insgesamt vereint das Museum in sich verschiedene geometrische Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale, Bögen und Quadrate. Neben dem Hauptgebäude gibt es noch eine kleine Rotunda, die erst die Wohnungen Guggenheims und Rebays beherbergte und heute als Bürogebäude genutzt wird. Mit der Erweiterung des Museums zu Beginn der 1990er-Jahre wurde ebenfalls der von Wright geplante Turm realisiert.

Die Architektur des Gebäudes ist maßgeblich durch die Lage in der Nähe des Central Parks beeinflusst. Die Natur bildet nicht nur einen Ruhepol zum Rummel New Yorks, sondern bot auch Anlehnung für die Konstruktion Wrights. So ist das Solomon R. Guggenheim Museum ein Versuch, die Plastizität organischer Strukturen in die Architektur zu übersetzen. Frank Lloyd Wright schuf eine sich windende Rampe mit einer Steigung von drei Prozent[4], an der die Kunstwerke ausgestellt werden, im Gegensatz zu den normalerweise in Museen vertretenen Konzepten, in denen der Besucher durch verschiedene untereinander verbundene Räume geführt wird. Wrights Konzept beinhaltet einen Aufzug, der die Besucher zum höchsten Punkt der Rampe transportiert, so dass sie an den Kunstwerken vorbei nach unten laufen können. Die Galerien sind in verschiedene Sektionen unterteilt, was vom Aufbau her der Kammeraufteilung einer Zitrusfrucht nachempfunden ist. Der Rundbau ist nach innen hin offen, so dass der Besucher Kunstwerke aus mehreren Segmenten und Etagen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. 92 Fuß über dem Boden befindet sich eine Glaskuppel als Dach.

Um die Wirkung der Bilder im Raum zu stärken, wurden helle, fluoreszierende Lampen installiert, die das Sonnenlicht aufheben, und so entsteht ein solches Hintergrundlicht, dass die Bilder eine besondere Leichtigkeit erhalten.

Die verschiedenen Etagen der spiralförmigen Rampe


Schon im Vorfeld des Baus, während der Planungsphase, wurde das Projekt immer wieder kritisiert. Einige Kritiker des Projekts, vor allem Künstler, lehnten die Architektur des Museums ab, da sie den Bildern die Schau stehle. So sagte der Kunstkritiker John Canaday in der New York Times „A war between architecture and painting, in which both come out badly maimed“ (deutsch: „Ein Krieg zwischen Architektur und Malerei, aus dem beide verletzt hervorgehen“). Ein Künstler sagte über das Gebäude „He [Frank Lloyd Wright] has made painting absolutely unimportant“ (deutsch: „Er [Frank Lloyd Wright] hat die Malerei absolut unwichtig gemacht“) und der New York Daily Mirror schrieb „A building that should be put in a museum to show how mad the 20th Century is“ (deutsch: „Ein Gebäude, das in einem Museum ausgestellt werden sollte, um zu zeigen wie verrückt das 20. Jahrhundert ist“).

Neben der Kritik an dem Museumsgebäude fand es aber auch positive Resonanz. Das Solomon R. Guggenheim Museum gilt als das bedeutendste Gebäude aus Frank Lloyd Wrights letzten Lebensjahren. So sagte der Architekt Philip Johnson „Mr. Wright's greatest building, New York's greatest building. One of the greatest rooms of the 20th century“ (deutsch: „Mr. Wrights großartigstes Gebäude, New Yorks großartigstes Gebäude. Einer der großartigsten Räume des 20. Jahrhunderts“).

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