Donnerstag, 28. Juli 2011

Saint-Georges de Boscherville in Saint-Martin





Saint-Martin-de-Boscherville ist eine französische Gemeinde mit 1446 Einwohnern (Stand 1. Januar 2007) im Département Seine-Maritime in der Haute-Normandie.

Die Gemeinde liegt am rechten Seine-Ufer einige Kilometer westlich von Rouen im Kanton Duclair. Sie ist für ihre spätromanische ehemalige Benediktiner-Abtei bekannt und Teil des Regionalen Naturparks Boucles de la Seine Normande.

Saint-Martin-de-Boscherville ist gallische Gründung aus dem ausgehenden 1. nachchristlichen Jahrhundert und die Archäologen haben auf der Abteikreuzgangsstelle die Fundamente eines gallo-römischen Umgangstempel ausgegraben. Im 7. Jahrhundert wurde an Stelle des heidnischen Tempels eine dem Heiligen Georg geweihte Grabkapelle errichtet. Raoul de Tancarville oder Fitz-Gerald, Kämmerer Wilhelms des Eroberers, siedelte Augustiner-Chorherren an, die nach 1114 von Benediktinermönchen abgelöst wurden.

1225 wurde die Abteikirche Abbaye Saint-Georges de Boscherville geweiht. Bei Ausgrabungsarbeiten wurde ein Abtskreuz aus Messing mit Gravuren gefunden, das aus dem 13. Jahrhundert datiert.

In der Französischen Revolution wurde das Kloster aufgehoben und die Kollegiatsgebäude größtenteils abgerissen. Erhalten blieb die Abteikirche, die zur lokalen Pfarrkirche umfunktioniert wurde. In Folge dessen war eine ältere, dem Heiligen Martin geweihte Pfarrkirche überflüssig geworden; sie diente noch eine Zeitlang als Salpeterlager, ehe sie abgebrochen wurde.


Panorama

Die restaurierte Abteikirche ist heute als Schulbeispiel normannischer Romanik von besonderem kunsthistorischem Wert.

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