Mittwoch, 27. Juli 2011

Notre-Dame-la-Grande, Poitiers






Notre-Dame la Grande ist eine kunsthistorisch bedeutende ehemalige Stiftskirche in der französischen Stadt Poitiers (Département Vienne). Die heutige Pfarrkirche, die in der Altstadt neben dem Palast der Grafen von Poitou steht, ist gleichzeitig einer der touristischen Hauptanziehungspunkte der Stadt. Sie ist der poitevinischen Schule der Romanik zuzuordnen.

Mittelschiff


Der Sakralbau erhebt sich am Standort eines im Jahr 924 urkundlich erwähnten Vorgängerbaus und wurde vermutlich seit dem Ende des 11. Jahrhunderts errichtet. Er wurde um das Jahr 1150 vollendet.

Nach dem Jahr 1887 erfolgten umfangreiche Rekonstruktionen, in den Jahren 1992 bis 1995 eine Restaurierungskampagne.

Die poitevinische romanische Schule zeichnet sich unter anderem durch ihre reiche plastische Ausgestaltung aus. Allein das Poitou und die angrenzenden Landschaften Angoumois, Saintonge und Bordelais kennen einen so gehäuften, alle Geschosse überwuchernden Schmuck. Das ist eines der Charakteristika der poitevinischen Bauschule. Dazu gehört auch, dass im ebenerdigen Fassadengeschoss das Hauptportal kein Tympanon besitzt und neben sich zwei Scheinöffnungen hat, also keine echten Nebenportale. Häufig wiederholt sich dieses Dreierschema im Obergeschoss nochmals bei den Fenstern. Hier bei Notre-Dame von Poitiers hat man es allerdings vorgezogen, dieses Obergeschoss ebenfalls mit Plastiken zu dekorieren. Die gesamte Fläche ist für szenische Darstellungen genutzt worden, nicht ein Flecken wurde freigelassen. Aber ein strenges theologisches Bildprogramm scheint der Fassade nicht zugrunde zu liegen. In einer Lust am Fabulieren spannt sich der Bogen von alttestamentlichen über neutestamentliche Begebenheiten bis hin zu mythologischen Szenen und zu reiner Ornamentik.

Apsis


Das Innere ist auffallend dunkel. Im 19. Jh. hat man bei dem Bemühen, die alte Ausmalung zu rekonstruieren, zu dunkle Farben verwendet. Teile der Originalbemalung sind in der Krypta erhalten.

Als besonders sehenswert gilt die reich ornamentierte Westfassade der Kirche, auf der vorwiegend biblische Motive dargestellt wurden. Sie stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und wird von zwei kleinen Türmen flankiert.

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