Donnerstag, 28. Juli 2011

Kathedrale von Saint-Lazare von Autun






Die Kathedrale Saint-Lazare von Autun gilt als eines der wichtigsten romanischen Bauwerke Burgunds.

Es handelt sich dabei um eine dem heiligen Lazarus geweihte, dreischiffige Basilika mit reichem Fassadenschmuck, die den höchsten Platz der Oberstadt von Autun beansprucht. Seit 1949 trägt sie den Titel einer päpstlichen Basilica minor. Das Kulturdenkmal wurde im Jahr 1840 als Monument historique klassifiziert.



Bereits für das späte 2. Jahrhundert ist eine christliche Gemeinde in der Stadt belegt. Die im 3. Jahrhundert erfolgte Gründung eines Bischofssitzes ist hingegen umstritten. Erste urkundliche Erwähnungen einer Kathedrale datieren in die Mitte des 9. Jahrhunderts. Wenig später überträgt Karl der Kahle dem Bischof die Stadtherrschaft. Der heutige Bau wurde um 1120 begonnen. Der noch unvollendete Neubau empfing bereits 1130 anlässlich des Besuchs Papst Innozenz II. seine Weihe. Doch befand sich 1146 bei der Übertragung der Reliquien des heiligen Lazarus aus der alten Kathedrale die Vorhalle noch im Bau. Nach den 1379 durch die Engländer erlittenen Zerstörungen erfolgte unter Kardinal Jean Rolin (Bischof 1436–1483) eine Wiederherstellung und Erweiterung, die mit den spätgotischen Kapellenreihen und dem mächtigen Vierungsturm bis heute die Außenansicht der Kirche prägt. Die Kathedrale liegt hoch über der Stadt und ist von mittelalterlichen Häusern umgeben. Eines davon ist das Geburtshaus des berühmten burgundischen Kanzlers Rolin (Stifter des Hôtel-Dieu in Beaune), das heute als Museum genutzt wird.



Das Langhaus der Kirche folgt deutlich dem Vorbild der nur wenig älteren dritten Kirche des mächtigen Klosters Cluny (1088). Von dort werden der steile dreigeteilte Wandaufbau, die spitzbogigen Arkaden zwischen kreuzförmigen Pfeilern, die Wölbung des Mittelschiffs durch eine Spitztonne und die Kreuzgratgewölbe der Seitenschiffe übernommen. Doch erscheinen die Einzelformen in Autun noch stärker an antiken Vorbildern orientiert. So wird auf runde Formen fast vollständig zu Gunsten kannelierter Pilaster verzichtet.



Deutliche Abweichungen vom cluniazensischen Vorbild zeigen sich in der Gestaltung des Chorraums. An die Stelle eines Umgangs mit einem Kranz von Kapellen tritt in Autun die traditionellere Chorlösung mit drei parallelen Apsiden.

Chorapsis der Kathedrale

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