Mittwoch, 27. Juli 2011

Kathedrale von Burgos





Die Kathedrale von Burgos (spanisch Catedral de Burgos) ist eine gotische Kathedrale in Burgos (Spanien) und die Bischofskirche des Erzbistums Burgos. Sie ist der Jungfrau Maria geweiht und berühmt für ihre Größe und Architektur.

Der Bau der ersten großen, spanischen Kathedrale im gotischen Stil wurde von König Ferdinand III. von Kastilien und Maurizio, dem Bischof von Burgos, in Auftrag gegeben. Anlass war die Hochzeit Ferdinands mit Beatrix von Schwaben. Es galt, die veränderte Rolle Kastiliens im europäischen Machtgefüge durch eine adäquate Bischofskirche zu demonstrieren. Baubeginn war am 20. Juli 1221 auf dem Gelände der früheren romanischen Kathedrale. Verantwortlicher Baumeister war ein namentlich nicht bekannter Franzose. Nach neun Jahren war die Konstruktion der Apsis abgeschlossen. Der Hochaltar wurde am 20. Juli 1260 das erste Mal geweiht, anschließend ruhte der Bau fast 200 Jahre.

1417 wohnte der Bischof von Burgos dem Konzil von Konstanz bei und sah auf dieser Reise gotische Kathedralen in Frankreich und Deutschland. Sein Nachfolger Alfonso de Cartagena besuchte 1435 anlässlich des Konzils von Basel ebenfalls Süddeutschland, besichtigte den gerade durch Ulrich von Ensingen vollendeten Turm des Basler Münsters und kehrte mit dem deutschen Baumeister Johannes von Köln (spanisch: Juan de Colonia) zurück, der die Kathedraltürme von Burgos angelehnt an das Basler Münster mit offenen Steinmetzarbeiten vollendete. Mit Sicherheit kannte Johannes von Köln auch den Fassadenplan der geplanten Kölner Domtürme von 1310/20. 1539 stürzte der von ihm erbaute Vierungsturm ein und wurde anschließend in ähnlicher Form wieder errichtet. Der Bau der Kathedrale wurde 1567 mit der Vollendung des Vierungsturmes abgeschlossen, jedoch wurden bis 1734 Änderungen und Ergänzungen vorgenommen.

1835 wurden der spanische Nationalheld Rodrigo Díaz de Vivar, El Cid, und seine Frau Doña Jimena vom Kloster San Pedro de Cardeña bei Burgos in die Kathedrale umgebettet. 1921 wurde beschlossen, ein würdigeres Grab zu schaffen. Dieses befindet sich heute in der Vierung und ist mit einer einfach gestalteten Metallplatte bedeckt. Der Widerspruch zwischen der Bedeutung des Cid und der unspektakulären Gestaltung seines Grabes wird in Burgos damit erklärt, dass die Metallplatte nur äußerer Abschluss des Grabes, die Kathedrale im Ganzen aber als sein Grabmal zu betrachten sei.

Am 26. September 1887 wurde sie zum Monumento Nacional, also zum nationalen Denkmal, erklärt. Papst Pius XI. verlieh ihr am 13. Juli 1921 den Titel Basilica minor. Am 31. Oktober 1984 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist damit die einzige spanische Kathedrale mit diesem Status.

Die Kathedrale von Burgos ist äußerlich durch die reich dekorierten Turmkonstruktionen der Fassade und der Vierung gekennzeichnet. Der gesamte Bau ist im oberen Teil überreich mit Fialen versehen, sodass sich der Eindruck eines sperrigen Zuckerbäckerstils ergeben kann. Pierre Loti sprach von einem „versteinerten Wald“.


Gewölbe der Vierung

Die Kirche hat einen kreuzförmigen Grundriss und besteht aus Langhaus, Querhaus, zwei Seitenschiffen, Chorumgang und fünfzehn Kapellen. Durch den tiefen Altarraum liegt das Querhaus mittig; wie in vielen spanischen Kathedralen teilt der Chor das Mittelschiff. Die Gesamtlänge der Kathedrale beträgt 106 Meter, sie ist am Hauptschiff 26 Meter und am Querschiff 59 Meter breit. Die Höhe der Kuppel über dem Querhaus beträgt 54 Meter.

Die Kathedrale von Burgos steht nicht in der Tradition der Kathedralen der Île-de-France, sondern orientiert sich an den von ihnen abhängigen Bischofskirchen der Normandie und Burgunds, die deren Stil bereits abgewandelt haben. Der Grundriss des Chores wird mit dem von Pontigny oder St-Étienne in Caen verglichen. Der Choraufriss steht dem der Kathedrale von Bourges besonders nahe. Der Meister von Burgos hat aber die französischen Bauideen „schlecht verdaut“ (Robert Branner). „Er hat die Grundlagen der neuen Bauweise nicht durchschaut, er blieb einer romanisch bestimmten Tradition treu. Sein Raumkonzept bleibt sehr einfach. Er betont die Horizontalen und verstärkt sie noch durch ein überreich dekoriertes Triforium. Das Licht kann sich nicht ungehindert verbreiten“. Der Bau ist, außen wie innen, gekennzeichnet durch zunehmende dekorative Verkleidung in einem ornamentalen Liniensystem. Die Ausschmückung der Langhaus-Kapellen erfolgte im plateresken Stil.


Triforium und Obergaden

Die ursprünglich klar gegliederte äußere Gestalt der Kathedrale ist aufgrund der Anbauten nicht mehr erkennbar: Neben Kapellen an den Quer- und Seitenschiffen der Kathedrale wurden im 15. Jahrhundert der Kreuzgang und im Südwesten des der erzbischöfliche Palast angebaut. Die Betrachtung wird durch die dichte Umbauung erschwert, eine Ausnahme stellt allein die Plaza Sta. María dar.

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